Pyramiden
Am nächsten Tag (wemma schon mal da is), sind die Pyramiden von Giza dran. Taxi gechartert und ab gehts. Zuerst allerdings zur (Flüssiggas)Tankstelle, wo schon ca. 1000 Taxis vor uns dran sind (Bild). Auf der Autobahn fragt der Taxifahrer irgendwas auf arabisch (was ich ja noch immer nicht vernünftig gelernt hab). Lona übersetzt ob wir zu irgendeinem “Harram” und irgendwas mit “abu” (Vater) wollen. Ich kombiniere messerscharf, dass wir jetzt wieder mal zu irgendeinem Verwandten des Taxifahrers unterwegs sind um irgendeinen Schmonzes zu erwerben und bleibe beim Nein. Beim Vorbeifahren löst sich das Rätsel: “Harram” heist Pyramide und “Abu al-Hôl” – Vater des Schreckens – ist der Name für die Sphinx. Gut das sind nicht so gebräuchliche Wörter.
Am Parkplatz beim Eingang lassen wir uns eine Kutschenfahrt durch das Gelände aufquatschen. Man gönnt sich ja sonst nix. Nach ein bisserl herumkutschieren zwischen den Pyramiden kommen wir (ganz klar zufällig) zu einem “Setz dich aufs Kamel fürs Photo” Händler. Ich beschliesse beinhart nicht auf das blöde Kamel zu steigen und hart zu bleiben. 10 Sekunden später sitz ich samt Lona drauf, hab einen blöden Fetzen am Kopf und werd von dem Kamelchef photographiert (Bild). Eine weitere Minute später bin ich wieder herunten und streite um den Preis für dieses kurze Vergnügen. 20 Euro will der Wahnsinnige. Ich kann ja bekanntlich nicht normal verhandeln. Entweder ich zahl was gefordert ist oder ich bin sauer. In dem Fall bin ich sauer. Ich biete 5 ägyptische Pfund (70 Cent). Das ist ihm natürlich zuwenig. Ich erhöhe meinen Grant und den gebotenen Preis auf 6 Pfund. Gut dann will er nix, mir auch recht. Anscheinend will ers dann doch und schimpft mir hinterher und ich lass sie ihm. Lona übersetzt nachher die Gespräche zwischen Kutscher und Kamelchef: Mindestens 40 Pfund wollt er erzielen. Pech gehabt, mein Freund. Nach ein bisschen herumfahren wird der Kutscher ausbezahlt und wir gehen zu Fuss durch das Gelände.
Gegen eine kleinen Extra-Eintritt kann man die Sonnenbarke besichtigen. Um den Parkettboden nicht zu beschädigen erhalten wir dümmlich aussehende Stoffschlapfen (Bild). Wir entdecken den Eingang in eine der kleineren Gräber und kraxeln hinunter (Bild). Unten ist es fast unerträglich heiss und stickig. Grad dort muss sich Lona in eine “Syrien is suppa, weils den scheiss Amis…”-Diskussion (war ja noch vor dem Libanon-Abzug) mit Schülerkids verwickeln lassen.
Genug Staub gefressen: Taxi und zurück in die Stadt. Erster Stop: die Sultan Hassan Moschee. Angenehm ist das kurze Abschalten im ruhigen Innenhof, während draussen die Stadt tobt. Noch ein kurzer Sprung auf die Zitadelle, wo der Ausblick über die Stadt sehr erhebend ist und schliesslich zur Al Azhar-Moschee und durch den Touristenbasaar. Kurzes Erfrischen im Hotel und zu Fuss durch die Altstadt und das normale Soukviertel bis weit nach Mitternacht. Dort ist Handeln eher unüblich (im Unterschied zu Syrien) und Lona stösst bei ihren Versuchen auf eher grantige Händler. Trotzdem erwerben wir Blechgeschirr (wofür auch immer) und anderes Zeugs.
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