marderh.blog

1/8/2004

Begruessung

Filed under: — stefan @ 20:51

Nach einer staubigen und rasanten Fahrt, gehts gleich in die erste Familienfeier. Dabei wird gleichzeitig meine Ankunft, der Geburtstag von Lonas Vater und der Hochzeitstag von Tante und Onkel gefeiert. Das ganze dauert ziemlich lange und ich falle todmuede ins Bett.

Ankunft

Filed under: — stefan @ 19:11

Raus aus dem Flieger! Zwischen Flugzeug und Bus fang ich schon zu Schwitzen an. Staub umweht mich. Ich bin in Syrien.
Nochmal kurz die Zoll-Tips von Lona memoriert:
- Gepaecktraeger nehmen, sonst zerlegt der Zoll das Gepaeck
- Hoeflich sein
Und vor allem:
- Nicht aufregen, schimpfen und sonstwie durchdrehen.
Gut.
Ich komme zur Passkontrolle. Mein Pass und mein Visum werden beaeugt. Man spricht mit mir. Ich versteh nix. Man versuchts Englisch: “Where go Syria?”. Ich antworte pflichtgemaess “Latakia”. Es geht weiter: “Where Latakia?”. Hm… Ich hab keine Adresse und schau verwirrt und blauaeugig drein und zuck mit den Schultern. Das ist nicht genug: “Latakia Telephone Number!”. Ah ich versteh. Das kann ich. Ich zuecke mein Handy und schalt es ein um Lonas Nummer herzuzeigen. Das Handy will aber nicht so flott und unterhaelt sich lieber still mit lokalen Telcos. “Bitte warten” am Display. Ich zeige das “Bitte Warten” dem Zolllamettatraeger und schau weiter unschuldig. Er gibt mir ein Visaformular und bedeutet mir die Telefonnummer da drauf zu schreiben. Ich weiss sie noch immer nicht und beginne das Formular richtig, aber im konkreten Fall zweckentfremdet, auszufuellen. Bei “Fathers Name” reisst der Schlange hinter mir (es gibt nur einen Schalter!) der Geduldsfaden und es wird geschimpft. Ned drauf einsteigen, des is ned dein Krieg. Der Zoellner verliert die Geduld und wirft mich raus, oder eher rein. Ich bin in Syrien.
Weiter zum Gepaeckaufklauben. So wo sind jetzt die noetigen Traeger? Ich komm offensichtlich zu spaet und bekomm keinen mehr. Mist.
Ich nehm meinen Koffer und will raus. Der Zoll winkt mich auf die Seite. Scheisse. Mein Koffer wird aufgemacht und gleich wieder zugemacht. Uff – Glueck gehabt. Ich erfahre spaeter, dass Lonas Tips nur fuer Damaskus gelten und die Gepaecktraeger in Aleppo Flughafenangestellte und somit gratis sind.
Ich komm raus, wuehl mich durch die Menschenmenge und umarme Lona und ihren Vater.

Raus aus dem Flughafen und Taxi checken. Wir nehmen einen Kleinbus. Der Kleinbus faehrt los. Nach 10 Minuten gibts eine Streiterei, weil der Fahrer nicht so faehrt wie Lonas Vater das will. Wir fahren naemlich nicht auf die Umfahrungsstrasse, sondern direkt in das Gewuehl der Innenstadt von Aleppo. Mir gefaellts. Alles sehr orientalisch. Schmutz, Haendler, unglaublich chaotischer Verkehr. Kein Auto hat Lack in Stossstangenreichweite. Der Streit legt sich. Wir machen eine Kurzstadtrundfahrt und ich sehe das Kastell von aussen, das historische Stadttor incl. Stadtmauern und vieles mehr. Sehr schoen.

Dann gehts ab auf die Bundesstrasse. Waghalsige Ueberholmanoever und ein ziemlicher Speed fuer das klapprige Japangefaehrt. Es wird viel gehupt und jede moegliche Sprungschanze genutzt. Nach ein paar Kilometern werden wir bei jedem Ueberholen angeblinkt. Die Erklaerung von Jakob (Lonas Vater): “Fahrer aus der Stadt fahren im Vergleich zur Landbevoelkerung eher agressiv” und deshalb sind die hiesigen Gscherden nicht einverstanden mit dem Fahrstil. Wie ueberall.

Flug

Filed under: — stefan @ 13:29

Der Flug verlaeuft unspektakulaer. Schreiende Kinder. Fast kein Platz in den Handgepaecksfaechern. Aber (Dank Papa) fussfrei.
Das Essen ist klassischerweise mies, so eine Art Lammcurry ?! Ich kommentiere (natuerlich gewohnt negativ) die Tussizeitschriften von Mutter und Schwester.
Landeanflug auf Aleppo. Die Landschaft kommt in verschiedenen trockenen Gelb- und Rottoenen. Mir gefaellts. Schwesterherz bei 900m: “Das staubt ja bis da rauf”. Beim Landen sieht man noch sehr feine alte sowjetische Hubschrauber, und zwar hunderte, nebeneinander auf dem Flugfeld stehen. Sehr schoen.

Abflug

Filed under: — stefan @ 11:32

Mein Onkel (der wegen gesundheitlichen Problemen nicht mitkommt und unser Haus und Tiere versorgt) bringt meine Family und mich zum Flughafen.
Dort angekommen, zeigt sich wieder die elterliche Vorsorge. wir sind so frueh, dass nicht einmal der CheckIn-Schalter geoeffnet hat. Ab ins Cafe und warten. Meine Schwester ist relativ zerstoert von der durchgeschriebenen Nacht und trinkt RedBull in Massen. Der Kofferbeschriftungswahnsinn bricht aus. Kurz widersetze ich mich (“was weg ist ist weg”), habe aber keine Chance und schreibe artig ein Schilderl fuer den Koffer. CheckIn geht realtiv problemlos. Dass ich in Aleppo und meine Family in Damaskus austeigt, sorgt fuer etwas Verwirrung beim Personal. Die “Fussfrei”-Begehrlichkeiten von meinem Vater tun ein uebriges. Irgendwann sind alle gluecklich.

Im Flughafen wieder Cafe. Ich werd nie verstehen wieso die Qualitaet von diesen Lokalitaeten weit unter einem Autobahnresti angesiedelt sein muss. As ususal: Ambiente eines albanischen McDonalds, Preise eines Cafes am Zuercher See mit skandinavischem Stammpublikum. Was solls.

Langsam gehts weiter Richtung Gateway. Ich hau nochmal ab um zu rauchen und einen arabischen Sprachfuehrer zu kaufen. Zurueck am Gatewayschalter soll ich mein Gepaeck identifizieren. Finds aber nicht. Unruhe beim Personal. Es wird telefoniert. Irgendwann taucht meine Mutter auf und erklaert mein Gepaeck schon beglaubigt zu haben. Ab in den Flieger.

Packen

Filed under: — stefan @ 08:52

Na super. Ich schaffs wie immer ned die Sachen so in den Koffer zu bringen, dass sie gscheid liegen UND dass der Koffer zugeht. Loesung:
Alles in eine Ikea-Tasche und nach Haus zur Mutter :)
Danke Mama!
Somit hab ich einen knitterfreien Anzug und Hemden wie “ausm Schachterl”.
Der Rest der Familie ist eher im Stress. Meine Schwester schreibt noch an einer Arbeit (“dringend abgeben”, “Nacht durchmachen”…), mein Vater schlaeft schon. Mama packt bis 2Uhr frueh fuer alle anderen ein. Irgendwie hat sies dann geschafft. Ich muss vorher noch einige Kleidungstuecke zuruecklassen (Sie: “Da is Staub drauf”, ich: “Das is ein Unterhemd, das sieht keiner”, Sie: “Ich werd nicht zuschauen, wie mein Sohn mit schmutzigen Sachen heiratet” …etc). Ich gebe um des Friedens willen und aus Dankbarkeit fuers Einpacken nach. Jetzt sollt nix mehr schiefgehen.

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